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Biblische Radikalitäten
Judentum, Sozialismus und Recht in der Theologie Friedrich-Wilhelm Marquardts
Herausgegeben von Andreas Pangritz


marquardt Der Berliner evangelische Theologe Friedrich-Wilhelm Marquardt (1928-2002) kann als einer der bedeutendsten Pioniere einer Erneuerung des christlich-jüdischen Verhältnisses in Deutschland nach der Schoa gelten.
Entscheidende Weichenstellungen für die Entwicklung seines dogmatischen Neuansatzes hat Marquardt im kritischen Weiterdenken der Theologie seines Lehrers Karl Barth vorgenommen. Als „biblische Radikalitäten“ in Barths Denken erschienen ihm die Entdeckung der Bedeutung von Judentum und Sozialismus für die christliche Theologie. In seiner späteren Dogmatik hat Marquardt darüber hinaus die Frage nach der theologischen Bedeutung einer auf Gerechtigkeit zielenden Rechtsordnung als „evangelische Halacha“ zur Sprache gebracht.
In dem vorliegenden Band werden die Aspekte Judentum, Sozialismus und Recht in Marquardts Theologie aus unterschiedlichen konfessionellen und gesellschaftlichen Perspektiven reflektiert. Neben Rückblicken auf Marquardts spezifische Barth-Rezeption finden sich kritische Rückfragen, vertiefende Einblicke in seine Dogmatik und nicht zuletzt Ausblicke auf die aktuelle Bedeutung seiner Theologie in außereuropäischen Kontexten.
Der Herausgeber ist Professor für Systematische Theologie und Direktor des Ökumenischen Instituts an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn.
Würzburg, Ergon-Verlag, 1. Auflage 2010
224 Seiten – 170 x 240 mm. Festeinband
€ 35,00 // ISBN 978-3-89913-778-1
Inhalt

Andreas Pangritz
Vorwort

I. Rückblicke: Zur Rezeption der Theologie Karl Barths

Paul S. Chung
Rettung des Erbes von Karl Barth. Für eine Erneuerung der christlichen Theologie nach der Schoa und im Kontext des religiösen Pluralismus

Coen Wessel
Die „neue Welt in der Bibel“. Zum Bibelgebrauch bei Karl Barth und Friedrich-Wilhelm Marquardt

Andreas Pangritz
Zu Friedrich-Wilhelm Marquardts Rezeption der Theologie Karl Barths

Peter Winzeler
Und „wenn wir hoffen dürften“. Gibt es ein sozialistisches Beharren in Friedrich-Wilhelm Marquardts Wegfindung der Dogmatik?

II. Rückfrage: Zum Zusammenhang von Judentum und Sozialismus

Micha Brumlik
Jüdischer Sozialismus? Die neue Frage nach den jüdischen Bolschewiki
III. Einblicke: Aspekte von Friedrich-Wilhelm Marquardts Dogmatik

Gregor Taxacher
Die verbleibende Zeit. Apokalyptik und Geschichte in Friedrich-Wilhelm Marquardts Eschatologie

Barbara U. Meyer
Welches Gebot ist heilig, gerecht und gut – und für wen? Christliche Umkehr zum Gesetz

Coen Constandse
Wie weit bietet Marquardts ‚Evangelische Halacha’ einen Ansatz für eine biblisch-radikale Praxis der christlichen Gemeinde?

Paul Petzel
„… Duft der Anschaulichkeit“. Zu Bild und Bildlichkeit in Marquardts theologischer Utopie

IV. Ausblicke: Zur Bedeutung der Theologie Friedrich-Wilhelm Marquardts in außereuropäischen Kontexten

Martin H. Rumscheidt
„Setze über nach Mazedonien und hilf uns!“ Wie kann Friedrich-Wilhelm Marquardt uns in Nordamerika helfen?
Takehisa Takeda
Die Bedeutung der Theologie Friedrich-Wilhelm Marquardts für Japan heute

Paul S. Chung
Das Erbe Friedrich-Wilhelm Marquardts im ostasiatischen Kontext. Eine Reflexion über eine Erneuerung der asiatischen minjung-Theologie

V. Epilog

Rinse Reeling Brouwer
Morgengebet: Auslegung von „Er rief“ (Levitikus) 16, 1-2 u. 29-34

VI. Anhang

Namenregister



 

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